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Blaubeeren: Richtig pflanzen, pflegen und vermehren

blaubeerstrauch
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Blaubeeren gehören zur Familie der Heidekrautgewächse. Es sind pflegeleichte Pflanzen, sie benötigen jedoch die richtigen Bedingungen für ihr Wachstum. Gartenfreunde, die es richtig anstellen, werden mit einem wahren Superfood belohnt. Die Beeren sind nämlich reich an Antioxidantien, Vitaminen und krankheitsbekämpfenden Phytoflavinoiden.

Blaubeersträucher pflanzen

Blaubeeren lassen sich gut in saurer Erde anbauen. Das Substrat sollte einen pH-Wert von 5,5 oder weniger haben. Falls die Bodenbeschaffenheit unklar ist, lohnt es sich, in ein Testset zu investieren. Ein gutes Indiz für die ideale Blaubeererde ist, wenn im Garten bereits säureliebende Pflanzen wie Rhododendron, Azalee oder Japanische Lavendelheide gedeihen. Blaubeeren können grundsätzlich zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist, am besten jedoch im Frühjahr und Herbst. Obwohl Blaubeersträucher auch Schatten vertragen, bevorzugen sie dennoch einen sonnigen, geschützten Platz.

Zum Pflanzen eines Blaubeerstrauchs hebt man ein Loch aus, das nur wenig größer ist als der Topf, in dem die Pflanze gekauft wurde. Die Erde lässt sich mit erdhaltigem Kompost verbessern. Mist hingegen mögen Blaubeersträucher nicht, da dieser zu alkalisch ist. Nach dem Pflanzen wird die Erde festgedrückt und gut gegossen. Im Frühjahr und Sommer, wenn die Pflanze Blüten und Früchte bildet, sollte sie stets feucht gehalten werden.

Zum Gießen empfiehlt sich Regenwasser oder abgestandenes Wasser, das im Vergleich zu Leitungswasser einen geringeren pH-Wert aufweist. Auf Überdüngung reagieren Blaubeeren – oder Heidelbeeren, wie sie etwa im Rheinland und in Österreich genannt werden – empfindlich. Gelegentlich freut sich die Pflanze jedoch über etwas Rhododendrondünger. Blaubeeren können als Einzelpflanzen angebaut werden, bringen aber bessere Erträge, wenn sie sich gegenseitig befruchten können. Optimal wäre, einen Strauch einer anderen Sorte in der Nähe anzupflanzen. Auch in Töpfen gedeihen Blaubeersträucher gut.

Blaubeeren aus Stecklingen anbauen

Abgesehen vom Kauf einer Jungpflanze ist die Anzucht von Heidelbeeren aus Stecklingen die sicherste Methode der Vermehrung. Je nach Sorte haben Blaubeeren entweder laubabwerfende oder immergrüne Blätter. Erstere können entweder aus Weichholzstecklingen im späten Frühjahr oder aus halbreifen Stecklingen im Sommer vermehrt werden. Immergrüne Heidelbeeren sollten hingegen ausschließlich aus halbreifen Stecklingen vermehrt werden, die im Sommer geschnitten werden. Im Zweifelsfall geht man von einer immergrünen Pflanze aus. Wer der Mutterpflanze mehrere Stecklinge entnimmt hat höhere Erfolgschancen.

Als halbreife Stecklinge eignen sich gesunde, frische Triebe, die geschmeidig, aber nicht zu dünn sind und noch keine Blüten oder Früchte tragen. Diese schneidet man mit einer sauberen, scharfen Schere, um eine Quetschung zu vermeiden. Der Steckling wird am besten in einer Länge von etwa 15 Zentimetern schräg unterhalb eines Blattknotens abgeschnitten. Wird der Steckling nicht sofort eingepflanzt, hält er sich für einige Stunden in einer Plastiktüte an einem kühlen, dunklen Ort.

reife blaubeeren
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Zum Einpflanzen sollte man ein Pflanzgefäß vorbereiten, das je zur Hälfte mit Torfmoos und Perlit oder Sand befüllt wird. Die Unterseite kann – muss aber nicht – in Bewurzelungspulver eingetaucht werden. Danach kommt der Steckling etwa bis zur Hälfte in das vorbereitete Substrat. Werden mehrere Stecklinge eingepflanzt, sollte der Abstand dazwischen mindestens fünf Zentimeter betragen. Die ideale Umgebung für die Blaubeerpflänzchen ist ein Glashaus, das auch mit transparenter Plastikfolie improvisiert werden kann.

Die Stecklinge mögen es warm und hell, jedoch keine direkte Sonne. Das Substrat muss stets feucht gehalten werden, regelmäßiges Lüften verhindert Schimmelbildung. Sobald der Steckling neue Triebe gebildet hat, sind die Wurzeln ausreichend ausgebildet, um das Pflänzchen aus ihrer Glas- oder Plastik-Kinderstube zu holen. An einem geschützten Platz können sie im Freien überwintern, bis sie im nächsten Frühjahr an ihrem endgültigen Standort eingepflanzt werden. Bis erste Beeren geerntet werden können, ist allerdings Geduld gefragt. Das dauert nämlich mindestens zwei Jahre.

Blaubeeren aus Samen anbauen

Der Anbau von Blaubeeren aus Samen ist nicht schwierig, erfordert aber Geduld. Die Samen brauchen lange, um zu keimen, und es wird eine Weile dauern, bis es etwas zu pflücken gibt. Das Saatgut kann man selbst aus Beeren entnehmen. Allerdings müssen die Beeren mindestens drei Wochen lang eingefroren werden, um Winter zu simulieren. Zur Samengewinnung gibt man die Früchte, sobald sie wieder aufgetaut sind und Zimmertemperatur haben, zusammen mit Wasser in einen Mixer.

Anschließend wird etwa zehn bis 15 Sekunden lang püriert und anschließend darf das Püree einige Minuten lang stehen, damit die Kerne zu Boden sinken. Das Fruchtfleisch kann abgeschöpft und der Rest durch ein feines Sieb abgeseiht werden. Danach spült man die Samen ab und lässt sie auf Küchenkrepp oder Zeitungspapier trocknen. Alternativ greift man zu gekauften Samen. Die Samen werden anschließend in ein vorbereitetes Pflanzgefäß gestreut und mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt.

Dann ergeht es den Samen ähnlich wie den Stecklingen: sie keimen am besten an einem warmen, hellen Ort und möchten es stets feucht, aber nicht zu nass haben. Etwa sechs bis zwölf Wochen dauert es, bis die Heidelbeersamen keimen, dann kommt die Abdeckung weg. Kleine, schwache Pflänzchen können ausgedünnt werden, die größeren werden in ein größeres Gefäß umgetopft, bis sie nach ein paar Wochen – wie die Stecklinge – ausgesetzt werden können.

blaubeeren pflanzen
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Blaubeeren pflegen

Blaubeeren sind relativ pflegeleicht, müssen aber regelmäßig gegossen und gelegentlich gedüngt werden: Kübelpflanzen etwa einmal im Monat, „frei lebende“ Sträucher zwei- bis dreimal pro Jahr. Die Sträucher benötigen nur wenig Schnitt, müssen aber nach ein paar Jahren gelegentlich gestutzt werden. Ein guter Strauch sollte ein Drittel alte, ein Drittel mittelalte und ein Drittel junge Stämme haben. Im Frühjahr empfiehlt es sich, die Pflanzen mit kompostiertem Farnkraut, Kiefernnadeln oder Laubmoos zu mulchen.

In der Regel haben Heidelbeeren kaum mit Schädlingen oder Krankheiten zu kämpfen. Man sollte jedoch auf Blattläuse und auf Mehltau achten. Blaubeeren sind auch bei Vögeln äußerst beliebt. Wer sie lieber selber essen möchte, sollte den Strauch mit einem Netz abdecken, bevor sich die ersten Früchte von grün auf dunkel verfärben. Die Beeren reifen im Sommer nach und nach. Richtig süß sind sie dann, wenn sie sich ganz leicht vom Ast ablösen lassen.

Ernten und genießen

Ob frisch vom Strauch genascht, im Frühstücksmüsli, im Joghurt, im Kuchen, als Eiscreme oder Marmelade: Blaubeeren sind ganz schön vielseitig. Sie können aber auch als Medizin dienen. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel werden die Früchtchen getrocknet bei akutem Durchfall sowie leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut verwendet.

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